Dienstag, 14. April 2015

Die Farbe Lila von Alice Walker

Hallo ihr Lieben,

in der letzten Zeit kann ich meine Finger mal wieder nicht aus den Büchern lassen und da meine Osterbestellung von rebuy noch nicht angekommen ist, habe ich mir ein Buch von einer guten Freundin geliehen.
Sicherlich kennen die meisten eher den Film Die Farbe lila. Auch ich hatte vor der Lesung schon davon gehört, ihn allerdings noch nicht gesehen und wusste auch nicht wie das Buch geschrieben ist.

Angaben zum Buch 
 
 
Autor: Alice Walker
Titel: Die Farbe lila
Verlag: Rowohlt Taschenbuch Verlag (neue frau)
Genre: Briefroman
Form: Brieferzählung
Seitenzahl: 213
ISBN: 3499154277

Zur Autorin
Alice Walker wurde in Eatonton, Georgia geboren und ist die Puplizer-Preisträgerin 1983. Mittlerweile lebt sie in New York.
Neben einer Autobiographie hat sie zahlreiche Erzählungen, Romane und Sachbücher geschrieben.
Bekannt wurde sie mit dem Werk welches ich euch heute vorstelle und wurde außerdem, von Stepahn Spielberg, mit einer Verfilmung ihres Schriftstückes belohnt.

Klappentext
"Lieber Gott, ich bin vierzehn. Ich war immer brav. Vielleicht kannst du mir ein Zeichen geben und mir sagen was mit mir vorgeht...." Lange hat Celie, vergewaltigt von dem Mann, den sie Vater nannte, in eine schlimme Ehe gedrängt, niemanden, mit dem sie sprechen kann, außer Gott. Aber dann lernt sie Shug Avery kennen, die gewitzte Sängerin, und entdeckt mit Staunen die Gestaltungskräfte, die in ihr, dem Opfer und hässlichen Entlein, schlummern.....

Zusammenfassung
Zu erst einmal muss man an dieser Stelle erwähnen das das Buch lediglich aus Briefen von Celie an Gott, von Celie an ihre Schwester Nettie und aus Briefen von Nettie an ihre Schwester Celie, besteht und keine erzälung beinhaltet außer jene die die Protoganisten beschreiben.
Es wird also vorwiegend auf die Gefühle der jungen Celie, welche bereits im Alter von 14 vergewaltigt wurde und zwei Kinder von dem Mann bekommt den sie lange für ihren Vater gehalten hat, eingegangen.
Am anfang sind die Briefe sehr undurchsichtig, schlecht geschrieben und wecken den Anschein als wäre der Schreiber seiner Sprache nicht mächtig. Das liegt, wie man später feststellen kann, zum einen daran das Celie anfänglich tatsächlich sehr wenig Kontakt zu gebildeten Personen hat und zum Anderen daran das sie nur ein wenig schreiben von ihrer geliebten Schwester Nettie gelernt hat und nicht lange zur Schule gehen durfte.
Sie wird an den Mann der ihre jüngere Schwester haben will, verheiratet und kurz darauf entflieht auch Nettie dem grausamen Leben bei dem Mann den die Mädchen Vater nennen.
Nun beginnen zwei verschiedene Leben, Ansichtspunkte, Geschichten und Erlebnise.
Celie welche sich weiterhin der Unterdrückung von ihrem Ehemann hingibt, kümmert sich um dessen Kinder und gedenkt oft ihrer eigenen beiden Kinder und ihrer Schwester welche sie alle anfänglich für Tot hält.
Sie lernt die Geliebte ihrres Mannes kennen und später entwickelt sich bei den beiden eine feste Freundschaft.
Shug, die Geliebte, ist es auch die raus bekommt das Nettie Celie, gegen jede Erwartung, doch geschrieben hat und findet mit ihr zusammen ihre Briefe in der verschlossenen Truhe des gewaltätigen Mannes.
Nun ändert sich das Leben von Celie, sie wird offener und macht den Mund auf weil sie tiefen Hass gegen den Mann entwickelt der ihr viele Jahre die Existenz ihrer Schwester verschwiegen hat. Außerdem erfährt sie in den Briefen das ihre Schwester in Afrika lebt und bei der Adoptivfamilie der beiden Kinder von Celie untergekommen ist. Auch diese macht eine harte Zeit durch doch nimmt sich vor die Kinder und sich selbst irgendwann nach Hause, zu Celie, zurück zu bringen....

Textausschnitte
"Lieber Gott,die Mama ist tot. Mit Schreien und Fluchen ist sie gestorben. Sie hat mich angeschrien. Sie hat geschimpft. Ich bin schwanger. Ich kann mich nicht schnell genug regen. Wenn ich vom Brunnen komm, ist das Wasser schon warm. Wenn ich das Tablett fertig hab, ist das Essen schon kalt....
Er sagt nix. Er sitzt bei ihr am Bett und hält ihre Hand fest und weint und redet was von verlaß mich nich und geh nich...."
"Liebe Celie,dieses ganze Jahr seit Ostern ist schwer gewesen. Seit Corrines Krankheit fällt ihre Arbeit mir zu, und ich muss sie außerdem pflegen, worüber sie unwillig ist.
Eines Tages, als sie im Bett und ich sie umzog, warf sie mir einen langen, bösen, aber irgendwie mitleidigen Blick zu.
Warum sehen meine Kinder wie du aus? fragte sie......"
"Liebe Nettie,ich bin so glücklich. Ich hab Liebe, ich hab Arbeit, ich hab Geld und Freunde und Zeit. Und du lebst noch und kommst bald heim. Mit unseren Kindern....."


Mein Feedback 

 

 

Ich bin kein Fan von Brieferzählungen. Da es meist dieses typische Hin und Her zwischen den Protagonisten gibt. Allerdings ist das hier ein wenig anders, da Celie lange nur für sich ihre Worte an Gott richtet und von dem Weiterleben ihrer Schwester nichts weiß. Auch kommen ihre Briefe später bei der Schwester nicht an, sodass es kein typisches Hin und Her geben kann. Die beiden Frauen schreiben 30 Jahre für sich und hoffen darauf das ihre Erlebnisse und Erfahrungen den jeweils anderen erreichen. Das spricht mich schon eher an.
Auch das harte Leben in Georgia, Anfang des 20. Jahrhunderts und das Leben welches Nettie in Afrika bei den Ureinwohnern kennenlernt finde ich sehr interessant. Es wird sehr gut deutlich welche Rolle die Schwarzen für die Weißen spielen und selbst in den verschiedenen Regionen kann man von Unterdrückung immer wieder ein Lied singen.
Die ehrliche, offene Art, vor Allem von Celie ist sehr mitreißend und ich habe mich gut in ihre missliche Lage hineinversetzen können. Das Leid was sie hat wegen ihrer Schwester, ihrer Kinder welche sie glaubt das sie durch Inzest entstanden sind und durch die Gewalt ihres Mannes, kann man sehr gut miterleben.
Was mir nicht zugesagt hat war das Ende, denn sie freundet sich nach einer weiteren Anbreise ihrer Freundin Shug auf einmal mit dem Mann an der sie Jahre lang benutzt hat und ihr die Briefe ihrer Schwester unterschlug. Ob ihre klare Ansage, ihr Weggehen etwas mit dem Umdenken von ihm zu tun hat kann ich nicht genau sagen aber es gefällt mir gleichzeitig nicht das die beiden Schwestern 30 Jahre aufeinander hoffen und dann sind sie vereint und das Buch ist aus. Klar wieso sollten sie nun weiter Briefe schreiben?! Aber vielleicht wenigstens ein letzter Brief an Gott, von Celie, mit einer kleinen Zusammenfassung oder einem Dankeschön wäre nicht schlecht gewesen. Schön ist das Celie irgendwann, wenn auch sehr spät, den Mund aufbekommt und ihr Leben seither so gestaltet wie sie es möchte und nicht wie es andere verlangen.Alles in allem hat mich das Buch nicht los gelassen auch wenn der dreckige Schreibstil mich am Anfang ein wenig aufgeregt hat. Irgendwie wusste ich aber von Anfang an das am Ende alles Gut ausgehen wird.


Zu empfehlen ist das Buch auf jeden Fall, denn es weckt Gefühle!

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